5 für jedes Handeln auf, während ihm ein längst verweltlichtes Christentum mit ihrem Evangelium der billigen Gnade, Verdammnis androhend, ins Gesicht schlug. Doch all solch verbale Keulenschläge konnten den Gerechtigkeitskämpfer nicht gewinnen. Arrogant waren Juden und Christen aber vor allem darin, dass sie Mohammed so entehrend in den Dreck gezogen haben, während dieser gerade jede Form weltlicher Verwahrlosung und frommer Rechtgläubigkeit in real gottesfürchtige Rechtschaffenheit zu wandeln suchte. Wäre sein damaliger Auftrag auch nur ansatzweise verstanden worden, hätte man ihn wohl zuerst einmal in seinem guten Bemühen bestätigt und nicht fromm ignorant beleidigt. Nach erwiesener Wertschätzung hätte man gewiss allen geängstigten und ermatteten Moslems die trostreiche Botschaft nahebringen können, dass ihr Gott bei aller nötigen Strenge doch vornehmlich ein liebender Vater ist, der sich durch jeden einzelnen Menschen unter diesem Himmel verwirklichen und auslieben möchte. Und weil dieser Gott so viele wunderbare Eigenschaften, Charaktere, Tugenden und Wesenszüge durch uns verwirklichen möchte, braucht Er ganze Heerscharen von Propheten und Vorbildern, aber auch ganze Zeitalter, um sie uns alle nahezubringen. So hat sich Gott 1.800 Jahre v. Chr. z. B. durch unseren gemeinsamen Stammvater Abraham als El Schaddai, als der Allgenügsame geoffenbart. Schon seit dem 15. Jh. v. Chr. suchte Gott durch hinduistische Propheten den Sinn für Seine Innewohnung in jedem Menschen ins Bewusstsein zu rufen, zur praktischen Ausgestaltung allerlei ethischen Prinzipien und Pflichten, und dies im Kontext zu den kosmischen Ordnungen (Dharma). Da höre ich den Vorwurf: Ivo, was redest du da, das sind doch lauter Götzendiener, damit gibst du der Vielgötterei eine Stimme. Nein, tue ich nicht. Ich halte mich nur an die apostolische Weisung aus 1. Thess. 5,21: „Prüft aber alles, das Gute haltet fest!“ Diese Weisung gilt es nämlich allen Menschen gegenüber einzuhalten. Doch: „Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben die getötet, welche die Ankunft des Gerechten vorher verkündigten …“ (Apg. 7,52). Über Hindu-Propheten rückte Gott auch die Gesetze des Karmas, sprich die Gesetze von Ursache und Wirkung, die Zusammenhänge von Geburt und Wiedergeburt ins menschliche Bewusstsein (Moksha), aber auch die Akzeptanz unterschiedlicher Wege zur geistlichen Reife und den Respekt allen Lebewesen und der Natur gegenüber. Im 13. Jh. v. Chr. führte uns Gott über Seinen Abgesandten Diener Mose dann als Jahwe in Seine gesetzmässige Natur ein. Durch ihn rief Er zur Einhaltung göttlicher Gebote, zur göttlichen Moral und Gerechtigkeit, bis hin zur Verantwortung gegenüber Armen und Unterdrückten. Aber auch die Einzigartigkeit Gottes im sogenannten Monotheismus hat er verankert. Buddha rief im 5. Jh. v. Chr. zum willigen Loslassen von allerlei Anhaftungen, Begierden und Illusionen auf. Er betonte den läuternden Charakter der Leiden,
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