9 weil ich zu stur und zu stolz war und fest daran glaubte, dass ER mich zu diesem Studium geführt hatte, war ich überzeugt, es durchziehen zu müssen. Doch eines Morgens leuchtete die Möglichkeit auf, etwas anderes zu machen, und ich fragte Gott erneut: „Herr, wo ist DEIN Platz für mich? Wo gehöre ich hin?“ Bald darauf kam auch schon der zündende Funke, und ich wusste genau, wo ich mich bewerben wollte. Alles schien perfekt, sogar das Ende der Bewerbungsfrist der Ausbildung passte noch gerade so, dass es fast an ein Wunder grenzte. Auch meine Familie und mein Umfeld spiegelten mir, dass ich viel freier und glücklicher beim Gedanken an diesen neuen Weg wirkte. Am liebsten wollte ich sofort das duale Studium hinter mir lassen und das neue Kapitel beginnen, doch ich wurde schon bald in meinem Enthusiasmus gebremst. Denn ich wurde zwar zu meiner grossen Freude zum Eignungstest eingeladen, allerdings wurde der Termin dafür erst zum Ende meiner Klausurenphase des aktuellen Studiums gesetzt. Von meinem Vater bekam ich den Impuls, das Studium erstmal weiterzumachen, bis ich Rückmeldung zu meiner Bewerbung bekommen würde. Das wollte ich zunächst gar nicht gerne hören, doch auch hier durfte ich vertrauend mitgehen. Die folgenden Wochen waren natürlich extrem spannend, und zwischen dem riesigen Lernpensum für die Klausuren und dem Entgegenfiebern auf den Eignungstest fühlte es sich ein bisschen an, als müsste ich auf dem Wasser gehen. Unweigerlich stieg mir der Gedanke an Petrus auf, der bei dem Versuch, wie Jesus auf dem Wasser zu gehen, untergegangen ist, weil er – statt nur auf IHN zu schauen und zu glauben – die Wellen anschaute, die ihm die „Unmöglichkeit“ dessen, was er da tat, bewusst machten. Auch meine Situation fühlte sich so ungewiss, ja fast unmöglich an, und immer wieder wollten sich Zweifel reinschleichen und meinen Blick auf die Umstände/Wellen richten. Doch genau da machte ich mich fest, dass ich in SEINEM Glauben bleiben darf, in SEINER Ruhe alles aus IHM nehmen darf und völlig gelassen nur IHN anschauen darf. Und dann war da auf einmal so eine Leichtigkeit und Freude, es war herrlich! Der Fokus war auf einmal wieder voll auf Gott und SEINEM Willen, schliesslich ist es ja auch SEINE Geschichte, die Er hier mit mir schreiben möchte! Im Kapitel „Die Ruhe von eigenen Werken“ aus dem Lehrbuch „Vollendet in IHM?!“ von Ivo las ich dann auch noch Folgendes: „Wie wird man Seiner lebendigen Wirkungen unablässig teilhaftig? Nur, indem du dir kein
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