32 Schwiegervater erläutert dort anhand Matthäus 14,22 ff, wie es kommt, dass wir uns manchmal (geistlich gesehen) wie die Jünger in einer Art „Seenot“ befinden. Botschafts-Zitat: „Jeder Seenot geht ein Ungehorsam Gott gegenüber voraus: Einfach nicht das tun, was ER sagt. Nicht genau hinhören. Sich nicht in den Weisungen Gottes drin befinden. Das ist der Urgrund aller Seenöte. (…) Wir sind oft nicht bereit, diametral, entgegen unserer eigenen Wünsche, entgegen unserer eigenen Empfindungen, entgegen unseres eigenen Willens zu laufen, zu fahren und zu rudern. Und das ist der Grund, warum diese Seenöte kommen.“ Auch wenn es mir nicht ganz leicht fiel, wollte ich mich ab jetzt also an unsere Abmachung halten und nicht immer doch den scheinbar einfacheren Weg gehen, indem ich jede Unruhe der Kinder grad selber ausbügelte. Und so erlebte ich, dass Elias und ich im rechten Moment alle Kraft und alle Freude hatten, mit den Kindern wieder Ruhe und Ordnung zu schaffen. Zwar wollte bei den Kindern noch nicht sogleich die übliche Selbstständigkeit zurückkehren, durch den Glauben bekam ich aber die Kraft, auch weiterhin in der Abmachung zu bleiben und den Weg der Veränderung mit meinen Kindern zu gehen, auch wenn das Problem offensichtlich noch nicht ganz gelöst war. Ich war zuversichtlich, dass der HERR auch an ihren Herzen wirken würde. Wie gut, dass der Herr die Unruhe dann noch etwas tiefgreifender und „nachhaltiger“ anging, als wir Eltern es vermochten: Als wir erst wenige Tage wieder zu Hause waren, kam ich eines Abends aus dem Büro und fand eine Haarsträhne auf der Treppe liegen. Zuerst fiel mir nur Tiffany mit der Küchenschere in der Hand und einem kurz geschnittenen Pony auf. Anschliessend realisierte ich, dass Tiffany auch Elina und Janice einen sehr kurzen Pony geschnitten hatte. Im ersten Moment war ich am Boden zerstört − es sah wirklich nicht so schön aus − realisierte dann aber, dass der HERR diese Situation wohl zugelassen hatte, um etwas weit Höheres bezwecken zu können: Ganz von selbst verstanden die Kinder nun, dass sie den Friedensstrom schon über eine längere Zeit verlassen hatten, und es hielt eine bleibende Umkehr in den Kinderherzlein Einzug. Und da Haare bekanntlich nicht so einfach über Nacht nachwachsen, wurde ihre Erkenntnis automatisch mit dem täglichen Blick in den Spiegel verinnerlicht und gefestigt ☺. Seither sind vor allem die beiden grösseren Mädchen wie ausgewechselte Handschuhe: Sie packen sogleich wieder fleissig mit an, wenn ich sie darum bitte. Sie sind besorgt umeinander und spielen wieder ohne eine Zankerei stundenlang für sich. Vor allem Tiffany, welche die Haarschneide-Aktion angeführt hatte, bekam dadurch eine tiefere Berührung mit dem HERRN und erzählte mir ein paar Tage später: „Weisst du Mami, ich habe dich einige Male gefragt, wie ich endlich wieder lieb sein kann … Nach dem Haare-Abschneiden habe ich gemerkt, dass ich mich nicht anstrengen muss lieb zu sein, ich muss es einfach tun!“ Wie recht sie doch hatte und wie einfach es doch sein kann!
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