Panorama-Nachrichten - Juni 2026

2 um jeder Satzkonstellation die aktuell nötige Offenbarungstiefe des Geistes abzugewinnen, erarbeite ich die I-VO jeweils ausserhalb unseres „Front-Bienenhauses“ in Walzenhausen. Nun war es beim letzten Durchgang so, dass im oberen Wohnkomplex meines auswärtigen Arbeitszimmers den ganzen Tag über ein Riesenlärm herrschte. Musik in voller Lautstärke, sodass ich meine Arbeit gerade so gut inmitten eines türkischen Basars hätte verrichten können. Durch die erforderte maximale Konzentration hatten meine Nerven wieder einmal schon nach kurzer Zeit ihren äussersten Spannbogen erreicht. Jeder Versuch, nicht allein an dieser überdimensional lauten Musik, sondern auch noch an dem noch lauteren Dauergeschwätz mehrerer Männer vorbei zu hören, scheiterte zunehmend. Ob ich es wollte oder nicht – mein Herz pochte mit immer grösserer Unwilligkeit. Als der Lärm um 22:30 Uhr allmählich etwas leiser wurde, ging ich zu Bett. An Schlaf war allerdings wieder einmal nicht zu denken, dazu war ich viel zu aufgerieben. Nach draussen ins Gebet mochte ich auch nicht mehr gehen, da es in Strömen regnete und ich ja schon den ganzen Tag über meine Übersetzung mit ständigem Gebet begleitete. So half ich mir einmal mehr etwas gedemütigt mit einer Schlaftablette aus. Weil aber äusserliche und menschliche Hilfsmittel niemals die Wurzel eines Problems lösen können, erwachte ich dann frühmorgens mit einem ziemlich flattrigen Leib, einer aufgeriebenen Seele und einem völlig ermatteten Geist. So achtete ich wie üblich auf das Wirken des Geistes Jesu Christi in mir, was Er nun tun würde. Sein erstes Wirken bestand in der inneren Anweisung, alle herunter geschluckte Empörung loszulassen und abzulegen. Eine gewisse Auflehnung hatte sich eben doch bei mir eingeschlichen, als diese in meinen Augen wilde Horde auch noch ihre Bierbüchsen statt in den Abfalleimer einfach aus dem Fenster warfen. Dies machte nämlich den Anschein, als hätte ich dieselben auf den Vorplatz meines Arbeitszimmers geworfen. Um jenen Frust zu überwinden, hatte ich mich aber tags zuvor zur Liebe entschieden, bin hingegangen und habe all diese Abfälle zusammengelesen und zur Entsorgungsstation gebracht. Ich muss zugeben, dass ich im ersten Moment dazu versucht war, diese leeren Bierdosen kurzerhand auf deren Balkon zurückzuwerfen, gleichsam als Signal − aber irgendwie hat mich die Liebe Gottes zur erwähnten Entsorgungsaktion gedrängt. So sass ich also da in meiner Stillen Zeit und begann, Gott zu danken. Dann proklamierte ich: Ich werde heute in dem neu aufgekommenen Lärm entspannt weiterarbeiten und meine I-VO ohne jeden inneren Anstoss fortentwickeln. Kaum mit der Arbeit begonnen, schaltete sich dann diese lautstarke Musik wieder ein. Und sogleich spürte ich, wie meine innere Bereitschaft, entspannt in diesem Lärm gleichsam „zu baden“, tatsächlich zu tragen begann. Gott offenbarte mir nämlich in jenen Stunden der Nacht, dass man, kraft des Geistes, selbst inmitten solch widriger Umstände, souverän die Oberhand behalten kann.

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