9 mene Navigation vertrauen zu dürfen. Dazu ein paar Beispiele aus meinem Alltag: 1. Ich wanderte ein anderes Mal, diesmal mit einer Freundin, und wir hatten vorher nicht geschaut, wann ein Bus zurückfährt, und sie schaute auch zwischendurch nicht nach. Als wir am Ziel angekommen waren und auf dem Fahrplan sahen, dass der Bus hier nur einmal die Stunde fährt, kam schon nach fünf Minuten der richtige Bus. Das gleiche erlebte ich, als ich mit meiner Mutter in einer anderen Stadt einen Einkauf erledigte, und wir vorher bewusst nicht an der Bushaltestelle nach der Abfahrtszeit geschaut hatten, weil wir Gott vertrauten, dass wir zum richtigen Moment dort sind. Als wir mit dem Einkauf fertig waren und an der Bushaltestelle den Fahrplan studierten, sahen wir, dass der halbstündlich verkehrende Bus gerade in einer Minute kommen sollte – was er auch tat . 2. Ich war in einer grösseren Stadt und musste den Zug zu einer bestimmten Uhrzeit bekommen, weil ich noch eine fünfstündige Zugfahrt vor mir hatte. Ich sass noch in der Stadt und ass etwas, als ich merkte, dass ich wegen der vorangeschrittenen Zeit eigentlich schon losrennen müsste zum Bahnhof, um den Zug zu bekommen. Hätte ich ein Handy gehabt, hätte ich checken können, ob der Zug pünktlich ist, oder ob ich noch Zeit habe. Da ich kein Handy besitze, hätte ich zur Sicherheit losrennen müssen. Irgendwie hatte ich aber einen übernatürlichen Frieden, in Ruhe aufzuessen und dann entspannt zum Bahnhof zu laufen. Dort fuhr der Zug gerade erst ein, weil er Verspätung hatte … Jetzt könnte man sagen, das war halt Glück, und ich war einfach zu faul, zu rennen. Aber auch das Gegenteil erlebte ich: 3. Ich brachte einen Brief zum Briefkasten und hatte dann den Impuls, noch einen kleinen Umweg zu gehen. Zwischendurch fing ich an, einen Teil der Strecke zu sprinten – was ich eigentlich nie mache – aber irgendwie war da einfach ein Impuls, das zu tun. Als ich dann an der nächsten Kreuzung ankam – inzwischen wieder im normalen Schritttempo, traf ich genau dort auf einen Freund, der in einer anderen Stadt wohnt und gerade vom Bahnhof zu seinem Elternhaus nach Hause lief. Ursprünglich hatten wir mal geplant, uns an diesem Tag zu treffen – da ich aber dann nichts mehr von ihm gehört hatte, war ich mir unsicher, was Sache ist – aber so konnten wir dann gleich alles besprechen. Wäre ich nicht den Umweg gegangen – inklusive der Teilstrecke im Sprint – hätte ich ihn nicht getroffen. 4. Als ich einen Bekannten besuchen wollte, fuhr der Bus, den ich nahm, wegen einer Strassensperrung plötzlich eine ganz andere Strecke und hielt nicht an der Bushaltestelle, wo ich aussteigen wollte. So musste ich woanders aussteigen und war erst
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