5 zum anderen die OCG. Ich und die OCG sind doch ein und dasselbe. Man kann mich nicht verlassen, ohne die OCG zu verlassen und man kann die OCG nicht verlassen, ohne auch mich zu verlassen. OCGer zu sein bedeutet doch nichts anderes, als verbindlich mit dem ständig wirksamen Frieden und Leben Gottes mitzufliessen. Sicher erinnert Ihr Euch: Tausende haben sich doch nichts anderem als allein diesem Leben Gottes verbindlich erklärt! Alles Übrige mit allem Drum und Dran sind ja lediglich Ausflüsse oder Früchte aus diesem „in Gott bleiben“. Wo immer also dieses göttliche Leben, dieser göttliche Kraftstrom ist, da bin ich auch; und wo immer dieser göttliche Friedensstrom nicht ist, da bin auch ich nicht. So einfach ist das. Das atmende Leben Gottes ist zu meinem eigenen Atem geworden. Du kannst mich daher ebenso wenig von der OCG trennen, wie Du mich von Gott trennen könntest. Du könntest ja auch niemals von mir verlangen, dass ich meinen Atem aufgebe. Darum kannst Du so wenig sagen: „Mit Ivo will ich zu tun haben, aber nicht mit seinem Atem“, wie Du sagen kannst: „Den Atem von Ivo (z. B. seine LebensBotschaft) will ich, aber Ivo selber will ich nicht.“ Ich und meine Botschaft sind doch ein und dasselbe! Ich in Gott und Gott in mir, wir in Gott und Gott in uns – und zwar bemessbar, live im Hier und Jetzt, das allein ist OCG. Zurück aber zu unserem OCG-Dienst. Viele OCG-Verbindliche befinden sich schon über Jahrzehnte hinweg in diesem Dauer-Katastropheneinsatz und sind daher mehr als nur physisch alt und gebrechlich geworden. Sie sind auch mental erschöpft und müssen oft existentiell um ihr eigenes geistliches Leben und Überleben ringen. Durch den heraufbeschworenen Verlust hunderter OCGer, die uns inmitten diabolischer Sturmangriffe über Nacht im Stich gelassen haben, gleichen wir auch jenem von Paulus geschilderten Schiff in Seenot (Apg. 27,18ff)1, welches notdürftig unterbunden und selbst von manch wichtigem Schiffsgerät entlastet werden musste, um das geistliche Leben und Überleben der Schiffsmannschaft zu sichern. Doch auf uns nimmt man keine Rücksicht. Da gibt es keine Einsicht, kein Verständnis, keine Gnade. Wir werden − um beim Bild des Schiffes zu bleiben − wie eine Sauf- und Trinkgesellschaft behandelt, die während ihrer egozentrischen Kreuzfahrt wahllos Fahrgäste, Freunde und Verwandte über Bord wirft. Keiner unserer Angreifer versteht unseren Einsatz, sieht unsere vielseitige Not oder erbarmt sich unserer Wunden. Sie wollen und können daher nicht verstehen, warum uns zunehmend die Kraft fehlt, selbst mit „uns zugeneigten Aussteigern“ in weiterer Berührung zu bleiben. Es geht uns dabei wie verlassenen Soldaten im Krieg, denen ständig die Bretter, Kugeln und Granatsplitter um die Ohren fliegen. Kann man von ihnen erwarten oder gar verlangen, dass sie mit den 1 „Da wir aber sehr unter dem Sturm litten, warfen sie am folgenden Tag Ladung über Bord; und am dritten Tag warfen sie mit eigenen Händen das Schiffsgerät fort.“
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