20 Computer. Ich wühlte mich durch technische Daten, während es meiner Frau allmählich zu technisch wurde; sie schlief an meiner Schulter ein. Da fand ich das ultimative Angebot. Nur noch ein Stück auf Lager – gebraucht, aber unschlagbar und morgen bestimmt vergriffen. Mit wenigen Klicks war der Festplattenblock gekauft. Am nächsten Morgen erzählte ich Steffi von meinem Super-Schnäppchen. Das Feuer meiner Begeisterung konnte trotz überzeugendem Wortschwall nicht auf sie überschwappen. Wir hatten ja eigentlich eine Abmachung … Der Festplattenblock kam schnell an, und es war auch schnell festgestellt, dass eine Festplatte im Block defekt war. Die freundliche Stimme am Kundentelefon bedankte sich, dass ich den Fehler gefunden hatte, und versprach mir „grosszügige“ 10 % Rabatt – vorausgesetzt, ich löse das Problem gleich selbst. Ich rechnete kurz nach: Selber reparieren tut weniger weh im Portemonnaie. Steffi konnte ich überzeugen und eine Ersatzfestplatte war schnell geliefert. Der Privatverkäufer hatte sie allerdings so miserabel verpackt, dass sie klackerte wie ein Traktor auf Kopfsteinpflaster. Ohne Zweifel ein Transportschaden. Ich sank auf meinen Bürostuhl zurück. Wie war das nochmals mit dem DANKEN für alles, in jeder Situation? Mein Vater hatte an unserer Jahreskonferenz 2025 so praxisnah davon gesprochen. Zitat: „Wie trägt man das Kreuz? Indem man für alles und in allem DANKE sagt; so trägt man es. […] Du bist in der neuen Situation, sag einfach mal DANKE in der neuen Situation drin. Auch wenn du es noch nicht gerade fühlst, weil du den Sinn überhaupt nicht checkst, aber das kommt schnell, wenn man diese Übung hat. „Sagt in allem Dank.“ (1. Thess. 5,18) […] „In allem“ verstehe ich als eine Art grundsätzliche Herzensausrichtung, eben als prinzipielle erste Reaktion.“ Also sagte ich zuerst einfach mal „DANKE“ und liess los von meinem Gedankenkarussell. Spannend war: Als ich zur Ruhe kam und für die unangenehme Situation gedankt hatte, wusste ich sofort, was zu tun war. Ich ging zu Steffi und entschuldigte mich in aller Form, dass ich die gemeinsame Abmachung übergangen hatte. Ich sagte ihr, dass der ganze Unsegen nur deshalb über uns gekommen sei und versicherte ihr, alles umgehend zurückzusenden. Sie lächelte nur. Es hat in der Tat etwas Wohltuend-Befreiendes und zugleich Heilendes an sich, wenn man zu seinen Fehlern stehen kann. Ich hätte zwar in der darauffolgenden Mittagspause Besseres zu tun gehabt, als RücksendeEtiketten auszufüllen, aber mit jedem Arbeitsschritt brachte ich meiner Busse würdige Frucht. Ich bekam später auch (fast) alles Geld zurückerstattet. Das DANKEN für alles, in jeder Situation, trägt uns seit der Jahreskonferenz 2025 als ganze OCG. Wir dürfen durch die Predigten meines Vaters immer wieder praktische Wegweisung im Alltag finden! Wenn Du an diesen Schätzen
RkJQdWJsaXNoZXIy MTY5NDM=