Panorama Nachrichten – Dezember 2020

2 den nicht verstehen, ist die wahre Absicht aller göttlichen Gesetze, die wahre Absicht aller heiligen Sitten, Gebote und Gebräuche. Noch immer denken wir, dass wir zum Weltfrieden gelangen, wenn die Menschen nur endlich etwas ethischer, etwas moralischer, ja heiliger und gerechter leben würden. Zu keinem Zeitpunkt haben wir religiösen Führer verstanden, dass Gott noch gar nie darauf aus war, dass wir die heiligen Gesetze beherrschen können – zumindest nicht aus unserer eigenen menschlichen Kraft! Das genaue Ge- genteil war von Anfang an Aufgabe und Ziel aller heiligen Gesetze: Sie soll- ten uns Menschen in sämtlichen Disziplinen einzig und durchdringlich klar- machen, dass wir das Heilige und Gute gar nicht gottgemäss tun können – ganz egal, wie sehr wir es auch begehrten oder uns anstrengten! Die Erkennt- nis unserer absoluten Verderbtheit und Ohnmacht sollte uns aber zu keinem Zeitpunkt etwa in all die Zweifel und Resignation hineintreiben, in der wir sind. Wohin aber dann? Und genau hier sollten wir geistlichen Führer endlich aufwachen und begrei- fen, worauf Gott schon immer mit seinen Gesetzen hinauswollte. Unsere Ohnmacht, ausreichend gerecht, heilig und gut sein zu können, sollte uns schon immer einzig in die Arme Gottes hineintreiben! Niemals aber nur des- halb, damit wir trotz bleibender Ohnmacht immer nur von Gott den Arsch gewischt bekommen. Diese ständige fruchtlose Sündenvergeberei hängt Gott doch schon seit Jahrtausenden aus dem Hals heraus. Verstehen wir das? Was will Er aber dann? Und hier ist die Antwort: ER will, dass nicht nur wir geistlichen Führer aus allen Religionen, Sekten und Verbänden, sondern auch sämtliche Menschen endlich frei ausleben lernen, was uns Jesus Christus als Menschensohn vorgelebt hat. Er demonstrierte uns doch auf allen Ebenen, dass das gesamte Potenzial der Fähigkeiten Gottes in uns selber wohnt, und wie wir dieses aus unseren menschlichen Körpern hervorbringen können! Ständig bezeichnete Jesus sich darum als Menschensohn und Er bezeugte damit, dass Er eben kein Sonderfall ist, sondern, dass jeder von uns, jeder an Gott Anhängende ein und dieselben Werke wie auch Jesus tun könnte, sobald er, statt an seiner Ohnmacht zu verzweifeln, Zuflucht zu seiner Urbestim- mung nimmt. Und was ist die Urbestimmung? Die Einswerdung mit Gott, unsere Einswerdung mit Gott! Also, und so geht das mit Gott: Jesus musste sich keinen Moment anstrengen, um irgendein „Gesetz zu befolgen oder zu beachten“, denn Er kam, um uns zu zeigen, wie man das Gesetz erfüllt – das meint, wie man das Gesetz wesensmässig vervollständigt – und zwar durch die in jedem Menschen innewohnende göttliche Natur! Das ist der Punkt. Damit ist aber in keinem Ansatz etwa an eine gesetzliche Um- setzung der Bergpredigt zu denken, so quasi als „neutestamentliche Steige-

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