11 bei denen die Vorgänge im Hintergrund geheim sind. Linux ist dagegen ein freies Betriebssystem, das auch als „Open Source“ bezeichnet wird. Seinen Quellcode kann man einsehen, verändern, weiterentwickeln und unter den jeweiligen Lizenzbedingungen weitergeben. Ob man es wahrhaben will oder nicht: Linux ist inzwischen das am weitesten verbreitete Betriebssystem der Welt. Zwar läuft Linux auf vergleichsweise wenigen klassischen Heimcomputern, dafür bildet es aber die Grundlage für den grössten Teil der Internetserver und unzähliger technischer Geräte. Jeder von uns kommt täglich dutzende Male mit Linux in Berührung – beim Surfen, Telefonieren, Autofahren oder Bezahlen – ohne es überhaupt zu bemerken. Wie das Ganze begann, finde ich sehr eindrücklich. Im Jahr 1991 stellte der damals 21-jährige finnische Student Linus Torvalds den Quellcode seines selbst entwickelten Betriebssystemkerns frei ins Internet. Dies in einer Zeit, als der Begriff „Open Source“ noch nicht einmal existierte und geschlossene, kommerzielle Software gerade zum Milliardengeschäft wurde. Weil Linus Torvalds seine geniale Entwicklung frei zugänglich machte – ohne Geld dafür zu verlangen, ohne Spendenkampagne und ohne sein Wissen eifersüchtig für sich zu behalten – folgten ihm im Laufe der Jahre zehntausende Entwickler aus aller Welt. Sie prüften, verbesserten und erweiterten seinen Code und stellten ihre Beiträge wiederum unentgeltlich der Gemeinschaft zur Verfügung. Andere gründeten auf der Grundlage von Linux Unternehmen und wurden damit Millionäre – während Torvalds selbst zunächst nichts vom finanziellen Erfolg seines eigenen Werkes sah. Gleichzeitig wurden Bill Gates und Steve Jobs mit ihren geschlossenen Systemen zu Milliardären. Um die Jahrtausendwende hätte der Kontrast kaum deutlicher sein können: Während Bill Gates, als reichster Mann der Welt, in einem gigantischen Anwesen am Lake Washington residierte, stolperte Linus Torvalds in seiner bescheidenen Doppelhaushälfte über die Spielsachen seiner drei Töchter. Auf seinem Girokonto lagen laut seiner eigenen Biografie fast nie mehr als 5.000 Dollar. Heute hat Linux die Konkurrenz technisch in den Schatten gestellt, die Monopolstellung von Microsoft (Windows) und Apple (macOS) gebrochen und wird dies weiter tun. Linux hat bewiesen, dass freier Software die Zukunft gehört. Aus meiner Sicht geschah dies dank des Vorbilds zweier genialer Köpfe: Linus Torvalds, dem Entwickler des Linux-Kernels und Richard Stallman, dem Schöpfer der freien GNU-GPL-Lizenz. Linus Torvalds ist heute selbst Millionär, weil erfolgreiche Linux-Unternehmer ihm aus Dankbarkeit für seine Arbeit Aktien überliessen. Wieso schreibe ich das? Als ich mich mit der Entstehungsgeschichte von Linux beschäftigte, sah ich viele Parallelen zum Werdegang und der Mission meines Vaters Ivo Sasek und zu unserem Dienst. Mein Vater widmet sich seit bald 50 Jahren der Entwicklung eines „geistlichen Betriebssystems“. Mit der OCG und tausenden Menschen zusammen hat er über Jahrzehnte demonstriert, dass „OpenSource“ auf allen Gebieten des Lebens funktioniert! Er kreierte den Slogan: „Die neue Welt ist ohne Geld – die neue Welt beginnt zu Hause.“ Er bewies im ehrenamtlichen Dienst, nicht selten am finanziellen Existenzminimum, dass die Welt ohne
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