15 auch anzusprechen, wenn etwas keine Kraft draufhat. Das habe ich auch beim Spielen mitbekommen. Am nächsten Morgen kam gleich meine erste Situation. Ich spielte im Wohnzimmer mit meinem Bruder Joseph. Er ärgerte mich ein bisschen, und ich wäre jetzt normalerweise gleich am Losbrüllen, aaaaaber stattdessen sagte ich in einem ganzen Satz: „Du hast jetzt aber keine Superkraft von Ivo!“ Das hat alle so sehr gefreut, dass sie loslachen mussten und wir sofort die kleine Unruhe klären konnten. Mama sagt, seitdem plappere ich wie ein kleiner Wasserfall. Und als ich meine Grandma in den USA besucht habe, habe ich richtig verstanden, dass ich Englisch und Deutsch sortieren darf. Und was mir richtig Freude macht: mit voller Kraft bei den Kinderliedern mitzusingen, die Mama abspielt. Wir beide singen jetzt ganz viel zusammen. Ich muss nicht mehr schreien, weil ich Jesus in meinem Herzchen habe, und ich aufpasse, dass da kein Unfriede reinkommt, wo die Superkraft weg ist. Ist das bei dir auch so? Bis bald! Eure Ivy (mit Hilfe von Mama) Mit Gott in der Schule von Thea K., D (18 J.) Fühlst du dich auch manchmal ganz entmutigt, wenn du dir die Jugendlichen in deinem Umfeld anschaust? Das ist natürlich nicht der richtige Weg, denn resignieren ist keine Option! Ich habe es mir deshalb zur Mission gemacht, meine Mitschüler, aber auch die Lehrer zu prägen − und das ganz einfach durch mein Sein. Heute möchte ich euch von zwei Situationen erzählen, in denen das funktioniert hat. Vor einiger Zeit hatten wir das Thema „Medien“ im Unterricht. Wir sollten einen Brief an unser Handy schreiben, in welchem wir unsere Gefühle gegenüber dem Gerät zum Ausdruck bringen sollten. Bei den meisten meiner Mitschüler wurde daraus ein Liebesbrief, und ich war sehr geschockt, was dort teilweise aufgeschrieben wurde. Da ich kein Handy habe, fragte ich dann meinen Lehrer, was ich machen solle. Er sagte mir, dass ich einen Brief an ein Handy in einem Laden schreiben soll, mit Gründen warum ich es nicht kaufe. Das habe ich natürlich sehr gern gemacht . Einige Zeit später kam ein Mädchen aus meiner Klasse zu mir und sagte: „Thea, ich habe mir ein Beispiel an dir genommen und habe mein Handy jetzt mal weggelegt und mir stattdessen die Bücher vorgenommen, die bei mir zu Hause liegen.“ Das hat mich riesig gefreut, und auch wenn es nur ein kleiner Schritt war, war es ein Anfang. Allgemein erlebe ich es so, dass die Mitschüler, die mitbekommen, dass ich kein Handy habe, mir mit Respekt begegnen. Sie fragen, wie ich das schaffe, weil inzwischen fast alle davon abhängig sind. So kam es auch, dass ganz ohne mein Zutun und in meiner Abwesenheit einfach organisiert wurde, wie ich wichtige Informationen zu
RkJQdWJsaXNoZXIy MTY5NDM=