Panorama Nachrichten - Dezember 2025

35 Alles ist verwandelbar (von Nicky K., D, 33 J.) Im Trockendock1 hörten wir eine Predigt von Ivo aus dem Jahr 2011: „Verwandlungsprinzipien“ 2. Ivo sagt darin: „Es gibt hier unten nichts, was nicht verwandelbar ist, und ich will, dass du verwandelst nach Bedarf!“ Das begeisterte mich total. Welch eine Perspektive, dass einfach ALLES verwandelbar ist, und ich mich mit keinem „Tod“ (= Niederlage) arrangieren muss! Doch schon wenig später fand ich mich in der harten Realität wieder : Ich kniete zum x-ten Mal in dieser Woche unter dem Tisch, um den ganzen Dreck, den meine Tochter Viktoria beim Essen erzeugt hatte, wieder wegzuschrubben. Obwohl sie erst 13 Monate alt war und meist gefüttert wurde, schaffte sie es fast übernatürlich, alles um sich her, inklusive sich selbst, total „einzusauen“. Die Folge war, dass nach jedem Essen mindestens fünf bis zehn Minuten harte Arbeit notwendig waren, um nur ihren Dreck wieder zu beseitigen. Ich hatte schon öfter dies und das probiert, doch es schien ziemlich unverwandelbar zu sein. „Das muss man halt hinnehmen, das ist mit kleinen Kindern so …“, sagte mir eine Stimme. Doch an diesem Nullpunkt angekommen merkte ich: NEIN, alles ist verwandelbar, das ist so nicht mehr normal und gut, darum gibt es auch hier jetzt Verwandlung. Ohne zu wissen, wie das gehen soll, sprach ich es gleich beim Bodenschrubben unter dem Tisch aus! Nach wenigen Stunden stiegen mir ein paar Kleinigkeiten hoch, die ich praktisch am Tisch mit Viktoria ändern konnte, und die mich trotzdem kaum mehr beim Essen beanspruchten. Ich drehte das Stühlchen um 90 Grad, legte mir ein Tuch bereit, mit dem ich ihre Händchen immer wieder mal abputzte und schaute, dass ich mit dem Löffel ihren Mund einigermassen sauber hielt. Da geschah das Wunder: Viktorias Essensplatz war ab diesem Tag meist der sauberste von allen . Sie selbst, der Tisch neben ihr und der Boden sahen gut aus, und nur ihr Stühlchen und Lätzchen liessen erahnen, dass hier ein Baby gegessen hatte. Ich war in Nullkommanix mit allem Reinigen fertig und konnte nur jubeln: Alles ist verwandelbar – auch das Essen mit meiner kleinen Maus . Ein anderes Mal waren mein Mann und ich auf dem Wertstoffhof, um unseren Sperrmüll wegzubringen. Als wir wieder wegfahren wollten, stellten wir fest, dass unser Autoschlüssel weg war. Wir suchten alles ab, doch ohne Erfolg. Der Mitarbeiter des Hofes drängte, wir sollten schnell jemanden rufen, der uns den Ersatzschlüssel bringt, da der Hof gleich schliessen wollte. Wie es aussah, war unser Schlüssel im Müll gelandet, und dort würden wir ihn 1 So nennen wir unsere Ferienzeit, in der wir sowohl unser persönliches, als auch das Familien- „Schiff“ aus dem Wasser (= Alltagsbetrieb) nehmen, um alle Löcher oder Mängel zu reparieren und uns neu auszurichten. 2 www.ivo-sasek.ch/verwandlungsprinzipien/

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