18 wir fanden einen sehr günstigen Flug, sodass wir es wagten, mit unseren sieben Kindern zu fliegen. Bevor es losging, sammelten wir uns als Familie, und mein Mann Andreas hatte einen sehr guten Gedanken. Er sagte uns, dass es das Allerwichtigste ist, dass wir in allem EINS bleiben. Es gibt böse Mächte, die nur daran interessiert sind, dass wir uns gegenseitig abspalten. Sie lieben die druckvollen Momente und nutzen diese, um uns gegeneinander zu bringen, damit wir einander Vorwürfe machen und so das göttliche Leben verlieren. Wenn wir jedoch in allem EINS bleiben, dann kann uns auch die mühsamste Situation nichts anhaben und es kann uns nichts aufhalten. Gesagt, geprüft … Rechtzeitig fuhren wir los zum Flughafen, mit viel eingerechneter Zeit, damit wir bestimmt nicht in Stress geraten. So beunruhigte uns auch der Stau nicht, der kurz vor dem Zielort begann. Geduldig rollten wir im Schritttempo dem Ziel entgegen. Doch die baustellenbedingte Neubeschilderung führte zu Verwirrung. Müssen wir jetzt schon abbiegen oder doch erst später? Ich tendierte auf Ersteres, und tatsächlich war es auch die falsche Entscheidung. Der Moment, in dem man erkennt, dass man nun zurückfahren und sich wieder ganz hinten im Stau einreihen darf, ist etwas herausfordernd in dieser Lage. Doch wir blieben ganz ruhig und es gab kein vorwurfsvolles Wort. Denn hier wäre der „perfekte“ Moment, wo man die Einheit verlieren könnte. Aber durch einen übernatürlichen Zufall entdeckten wir eine Abkürzung, durch die wir uns sogar noch weiter VORNE einreihen konnten. Herrlich! Jetzt mussten wir nur noch unseren reservierten Parkplatz finden. Was so leicht klingt, stellte sich aber als schwieriges Unterfangen heraus. Der Parkstand war umringt von vielen Baustellen. Das Navi führte uns immer wieder zu den gleichen Ausfahrten und Sackgassen. Auch die ausgedruckte Wegbeschreibung und Karte half uns nicht aus diesem Labyrinth heraus. Die Zeit schritt mächtig voran und durch das viele Herumkurven musste die Kleine auf dem Rücksitz auch noch er- brechen. Es fühlte sich so an, als würden böse Mächte uns prüfen, wie lange wir wirklich in der ruhevollen Einsheit bleiben möchten. Wir blieben jedoch weiter ruhig und keiner machte irgendeinen Vorwurf, obwohl es allerlei Gelegenheiten dazu gegeben hätte. Am tiefsten Punkt sprachen wir aus, dass wir jetzt gerettet werden. Wir stellten das Navi aus, legten alle Blätter beiseite und fuhren aus Intuition zum letzten Mal die gleiche, altbekannte Strasse entlang. Da sah ich im Augenwinkel plötzlich das entscheidende Schild. Etwas zweifelnd folgte Andreas meinem Hinweis. Es wirkte nämlich so, wie wenn wir uns dadurch vom Flughafen entfernten. Doch siehe da, plötzlich standen wir vor dem heiss ersehnten Parkplatz-Areal. Prüfung bestanden . Auch keines der Kinder verlor die Geduld, obwohl es auch für sie eine Stressprobe war. Stattdessen beteten sie für uns und blieben ganz ruhig. Schlussendlich waren wir zwar fast die Letzten beim Check-In, doch dafür konnten wir ohne grosse Wartezeiten einen entspannten Flug geniessen.
RkJQdWJsaXNoZXIy MTY5NDM=