Panorama-Junior-Ölbaum - Dezember 2025

13 unserem Hotel führte. Über eine halbe Stunde lang lotste er uns mit unnachahmlicher Leichtigkeit durch die Strassen, bis wir schliesslich die Pforten unseres kleinen Hotels erreichten, wie ein Engel, der unvermittelt in unser Leben trat. Ein kurzes „Bye, bye“. Er war verschwunden. Sofort wussten wir: Das war kein Zufall. Auch an unserem ersten Abend erfuhren wir diese Art von Führung. Wir blieben so lange in der Stadt, bis kein Bus mehr fuhr. Auch hier blieben wir in der Ruhe. Nachdem wir etwas spazieren gegangen waren, sprachen wir drei Polizisten an, die sich gerade für die Nachtschicht stärkten. Einer schaute uns verwundert an und meinte augenzwinkernd, dass man doch merke, dass es ohne Smartphone nicht mehr gehe. Doch schon im nächsten Moment entwickelte sich ein herzliches, fröhliches Gespräch, während sie uns freundlich dabei halfen, das günstigste Uber (Taxi) zu finden. Schliesslich kam unser Wagen, und die Polizisten begleiteten uns sogar bis hinein, um sicherzustellen, dass wir wohlbehalten auf dem Heimweg waren. Solche Momente zogen sich wie ein roter Faden durch die ganze Woche: Vertrauen, Loslassen und Staunen darüber, wie sich alles auf wundersame Weise fügte. Ob wir am Strand lagen, an Bushaltestellen auf den nächsten Bus warteten oder nach einem Motorradverleih suchten – immer wieder durften wir erleben, wie Menschen spontan halfen, wie sich Türen öffneten und wie sich zunächst missliche Situationen in grosse Segnungen verwandelten. Viele Momente entfalteten sich ganz von selbst zu kleinen Wundern, weil wir nicht an unseren eigenen Vorstellungen festhielten, sondern dem Moment vertrauten. Als wir beispielsweise nach einem Motorradverleih suchten, halfen uns drei freundliche Österreicher. Ausgerechnet ein paar Tage später trafen wir sie zufällig wieder am Flughafen. Sie waren begeistert von unserer kleinen Abenteuerreise und erzählten, dass sie unser Experiment inspiriert habe, ihr Smartphone ebenfalls einmal für längere Zeit beiseitezulegen. Auch der Inhaber des Motorradverleihs strahlte vor Freude, schenkte uns sogar einen Rabatt und berichtete, dass er seinen nächsten Urlaub unbedingt ohne Smartphone verbringen wolle, um wieder ganz zu sich selbst zu finden und sich nicht von äusseren Einflüssen treiben zu lassen. So konnten wir nicht nur selbst wunderbare Erfahrungen machen, sondern auch andere dazu inspirieren, bewusster zu leben und den nächsten Urlaub vielleicht ebenfalls ohne Handy zu verbringen – offen für das, was das Leben ganz von selbst bereithält und frei von dem, was uns vom Wesentlichen ablenkt. Für uns war die Wirkung überwältigend. Unsere Beziehung zueinander wurde tiefer, Gespräche intensiver, Begegnungen bedeutungsvoller und unsere Nähe zum Herrn spürbar stärker. Auch wenn wir beide ohnehin nicht ständig am Handy hängen, war diese Zeit des „Digital Detox“ etwas völlig anderes. Ohne ständige Ablenkung von äusseren Einflüssen konnten wir wirklich loslassen, zur Ruhe kommen und erkennen, worauf es im Leben letztlich ankommt: Vertrauend zu leben im Wissen, dass der Herr uns führt,

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