Panorama Nachrichten – Dezember 2020

31 Die Macht der Liebe (von Hanna F., D, 21 J.) Ehrlich gesagt war ich schon etwas aufgeregt … Eine komplett neue Arbeits- stelle, neue Kolleginnen – einfach ein komplett neues Umfeld. Und dazu ab jetzt ein selbstständiges Arbeiten. Ja, jetzt ist es soweit. Keiner schaut mir beim Arbeiten mehr über die Schultern – die ganze Verantwortung liegt jetzt bei mir allein. Ich bin nicht mehr die Schülerin, sondern die HEBAMME. Es waren aber nicht nur die neuen Umstände, die in mir das Kribbeln verur- sachten. Zusätzlich kam nämlich dazu, dass zwei meiner neuen Kolleginnen mir gegenüber irgendwie ziemlich abweisend wirkten und sich unfair ver- hielten. Während meiner Ausbildung durfte ich bereits für zwei Monate in diesem Krankenhaus arbeiten, und es war wie eine Spannung zwischen mir und diesen Hebammen. Aber alles Reden hatte irgendwie nicht wirklich geholfen … Ein paar Tage vor meinem Arbeitsbeginn bin ich auf das Kapitel „Die Macht der Liebe“ aus Ivos Buch „Apostolisch Beten“ gestossen. Unglaublich! Genau das Wort, das ich in meiner aktuellen Situation brauchte. Es hat so zu meinem Herzen gesprochen: „Die selbstlose Liebe allein ist in der Lage, geschehenes Unrecht entweder vergebend oder dann heilsam zurechtbrin- gend zu überwinden. Sie fordert keine Entschädigungen; sie bleibt nicht stehen und verklagt nicht, selbst wenn die Wahrheit nicht gleich auf Anhieb siegt. Sie überwindet entweder durch vergebende Gnade oder durch zurecht- bringende Gnade. Wo aber nicht so oder so bedingungslose Annahme und Hochachtung gegen unsere Schuldner vorherrscht, da ist der Weg zu Ende.“ In meiner Situation kam ich darin zur Ruhe, dass ich in meinem Herzen diesen beiden Kolleginnen einfach vergebe, ihnen mit Hochachtung begegne und keine Verklagung zulasse – auch wenn ich mich ungerecht behandelt fühle. Ich war bereit, einfach mit Seinem Wirken mitzufliessen – wenn ich also merke, dass dann doch Zurechtbringung angesagt ist, ich meinen Mund öffnen werde … Gleich am ersten Arbeitstag war eine dieser Hebammen im Dienst. Die Span- nung lag in der Luft, ich habe es immer wieder zu spüren bekommen. Und trotzdem habe ich einfach an diesem Wort festgehalten, bin im Herz geblie- ben und habe einfach keine Verklagung zugelassen. Am zweiten Tag durfte ich gleich mit der anderen Hebamme arbeiten – es war genau das gleiche. Aber ich sage es Euch: Weil ich einfach im HERZ geblieben bin, hat sich die Situation gewendet. Plötzlich waren es genau diese Hebammen, die mir

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