Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag
196 auf der anderen Seite das Zusammensein mit ganz offen- sichtlich Rechthabenden lauter innere Qual und Unfrieden mit sich bringen können. Warum das? Weil uns eben allein durch das Leben das wahre Licht zukommt, das umfänglich genug und untrüglich den objektiven Zustand eines Men- schen oder einer Sache bezeugt. Aus diesem Grund kann Rechthaben allein eben nie genügen – und wäre unser Rechthaben auch gleich auf tausend Bibelstellen gestützt! Durch Rechthaben allein sind wir eben noch nicht gerecht- fertigt, und durch Irren allein sind wir noch nicht notwendi- gerweise gleichsam bei Gott verurteilt (Röm. 14) . Die Verteidigung der Gemeinde Aus all den angeführten Gründen ergibt sich auch in Bezug auf die Wiederherstellung der Gemeinde eine unumgängliche Schlussfolgerung. Seit Jahrhunderten wird ja mit der Bibel in der Hand nicht nur um die „reine Lehre“, sondern auch um die „wahre neutestamentliche Gemeinde“ gerungen. Gewöhnlich beharrten die meisten Gemeindebaupioniere bis aufs Blut auf der Richtigkeit ihrer erneuernden Anschauun- gen; schliesslich hatten sie ihre besseren Erkenntnisse ja nicht aus dem hohlen Bauch, sondern aus der Heiligen Schrift geschöpft. Somit wurde also wieder einmal stets alles besser, nichts aber gut. Woran liegt diese Misere? Ich denke, dass es auch hier wieder um ein und dieselben Zu- sammenhänge des Lebens geht. Wenn wir die Kirchenstreite studieren, dann finden wir, dass die Auseinandersetzungen immer und immer wieder im Kampf um irgendwelche bibli- sche Formen, kirchliche Strukturen und Satzungen gipfelten.
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