Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag
Der Kampf um das Leben 195 (1. Tim. 4,12 1 ; Tit. 2,7 2 ; 1. Petr. 5,3 3 ) . Angriff ist nicht jederzeit dran! Es geht ja eben gerade um das Leben und nicht nur um irgendeine Sache oder Satzung. In 2. Kor. 1,23 sehen wir darum das einfühlsame Handeln des Apostels Paulus, denn er war ein „Spezialist“ in Bezug auf das Leben. Als die Korinther einmal mehr ihre Herzen gegen die Wahr- heit verengten, sah Paulus das geoffenbarte Leben durch einen abermaligen „Verteidigungsangriff“ eher gefährdet; darum schrieb er ihnen: „Ich aber rufe Gott zum Zeugen an gegen meine Seele, dass ich, um euch zu schonen , noch nicht nach Korinth gekommen bin.“ Den Philippern schrieb er vorbeugend, falls sie etwa mit seinen theologisch etwas hohen Ausführungen nicht mitkommen sollten: „Und wenn ihr in irgendetwas anders denkt, so wird euch Gott auch dies offenbaren“ (Phil. 3,15b). Er verteidigte seine Erkenntnisse und die Wahrheit in diesem Fall nicht einfach bis aufs Blut, denn er sah, dass die Philipper ansonsten ganz grundsätzlich in dem ihnen geoffenbarten Licht wandelten (V. 16) 4 . Diese und noch manch andere Schriftstelle lehren uns, dass nicht jeder Irrtum sogleich um jeden Preis ausge- rottet und im Angriff bekämpft werden muss. Der Massstab unseres Handelns darf aber allein das geoffenbarte Leben sein. Warum das? Man kann eben z.B. mit ganz offensichtlich Irrenden trotz ihrer Irrtümer dennoch eine völlig ungetrübte und göttliche Gemeinschaft des Geistes erleben, während 1 „Niemand verachte deine Jugend, vielmehr sei ein Vorbild der Gläubigen im Wort, im Wandel, in Liebe, im Glauben, in Keuschheit!“ 2 „... indem du in allem dich selbst als ein Vorbild guter Werke darstellst!“ 3 „... nicht als die, die über ihren Bereich herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde werdet.“ 4 „Doch wozu wir gelangt sind, zu dem lasst uns auch halten!“
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