Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag
Die Wiederherstellung der göttlichen Autorität 175 von Anfang an der Wille Gottes, dass Hagar ausgestossen würde. Im 16. Kapitel lesen wir aber, dass Hagar schon Jahre zuvor auf eigenen Antrieb hin ihrer Herrin Sarai entfloh, weil sie den unmenschlichen Druck unter ihrer Autorität nicht mehr aushielt. Was geschah aber? Der Engel des Herrn fand sie in der Wüste und sprach zu ihr: „Kehre zu deiner Herrin zurück, und demütige dich unter ihre Hände!“ (1. Mo. 16,7ff). Gott selber sandte sie also zurück, obgleich die ohnehin geplante Trennung hier bereits perfekt gewesen wäre. Warum das? Es sollte eben zu Gottes Zeitpunkt „durch den Geist“ und nicht in eigenmächtiger Weise geschehen. Sowohl Hagar wie auch Sarai waren damals noch nicht reif genug für eine Trennung und Weiterführung, darum brauchten sie sich noch gegenseitig. Beide sollten eben einst zu einem grossen Volk werden (V. 10) 1 . In derselben Weise haben auch wir kein Recht, einfach davonzulaufen, sobald uns etwas nicht mehr passt oder wir eine Fehlentwicklung wahrnehmen. Darum ruft der Herr im Sendschreiben an Sardes die Gläu- bigen auch nicht als Erstes aus ihrer „toten Versammlung“ heraus, sondern gebietet: „Wache auf und stärke das Übrige, das im Begriff stand zu sterben!“ (Offb. 3,2). Damit hat Gott uns jedoch nicht das Todesurteil geschrieben, denn wir alle haben ein Recht auf Leben! Wir haben das volle Recht (und sogar die Pflicht!), dem Geist Gottes in uns Raum zu geben, ganz egal, ob menschliche Autoritäten oder religiöse Systeme um uns herum damit einverstanden sind oder nicht. Wo immer man die Apostel dazu zwingen wollte, 1 „Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Ich will deine Nachkommen so sehr mehren, dass man sie nicht zählen kann vor Menge.“
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