Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag

174 not. Zu bemängeln gibt es gewiss allerorts genug. Dennoch steht Gott weit mehr hinter von uns Menschen verachteten Autoritäten, als wir denken. Den allerklarsten Beweis dieser Tatsache finden wir aber im Leben unseres Herrn selber. In Mt. 15,13-14 sehen wir unzweideutig, was Jesus über die damalige Pharisäer- und Schriftgelehrtenschaft dachte: „Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden. Lasst sie! Sie sind blinde Blin- denleiter.“ Was äusserte Jesus aber gegenüber dem Dienst dieser Pharisäer und Schriftgelehrten? Provozierte er sogleich einen öffentlichen Aufstand oder rief er zum „Auszug aus Babel“ auf? Nein, vielmehr sagte er etwas sehr Entscheiden- des: „Auf Moses Lehrstuhl haben sich die Schrift- gelehrten und Pharisäer gesetzt. (Sie haben sich m.a.W. zwar selbst diese Autoritätsstellung erschlichen, doch, weil man sich ihnen unterworfen hat, gilt:) ALLES nun, was sie euch sagen, tut und haltet; aber handelt nicht nach ihren Werken“ (Mt. 23,2-3). Wir finden in der ganzen Heiligen Schrift keinen anderen Werdegang der Wiederherstellung der Autorität und Herr- schaft Gottes als diesen, dass Gott uns so lange unter „unbe- quemen Autoritäten“ lässt, bis ER SELBST uns – auf dem Weg des Geistes – wieder unter diesen hervorholt. Wir müssen gewissermassen zuerst „ausreifen“, bevor wir weiter- geführt werden können. Festgebundenwerden hat seine Zeit, und Getrenntwerden hat seine Zeit. Dieses Prinzip sehen wir auch im Leben Hagars deutlich vorgeschattet. Denn die Schrift sagt deutlich: „Stosse die Magd und ihren Sohn hinaus! Denn der Sohn der Magd soll nicht mit dem Sohn der Freien erben“ (Gal. 4,30; 1. Mo. 21,10). Es war m.a.W.

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