Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag
172 von vierzehn römischen Stadtteilen angezündet zu haben, lenkte er den Verdacht einfach auf die Christen ab und löste dadurch jene furchtbare Verfolgung aus, unter der auch Paulus sein Leben verlor. Wurden die damaligen Christen durch diese Vorfälle nun künftig auch gleichsam von der Gehor- samspflicht gegenüber staatlichen Autoritäten entbunden? Nein, ausgenommen das Sündigen! Nachdem die Verfolgung und somit die Flucht ein Ende nahm, galt es wieder genau wie zuvor zu gehorchen. Wir müssen uns diesen Grundsatz gut einprägen: Die Tatsache, dass ein Machthaber viele oder gar grobe Fehler hat, entbindet uns nicht gleichsam von der allgemeinen Gehorsamspflicht. Weil dies so von Gott ver- ordnet ist, konnte Petrus auch den christlichen Sklaven jener Zeit (und jene waren noch wirklich Sklaven!) befehlen, sich ihren Herren in allem unterzuordnen, und zwar „... nicht allein den guten und milden, sondern auch den verkehr- ten“ (1. Petr. 2,18). Also keine Spur von „Bildersturm“ und Appell zu Aufruhr, Auszug und Verachtung! Jetzt mag jemand denken, dass dies gegenüber den staatlichen Mächten zwar verständlich sei, jedoch in Bezug auf das Reich Gottes und die Gemeinde nicht gelte. Wer so denkt, irrt gewaltig. Wenn wir die Apostelgeschichte aufmerksam studieren, werden wir feststellen, dass die von Gott gesetzten Apostel in keinem einzigen Fall die bereits vorhandenen und offiziell beglaubigten religiösen Systeme der Juden einfach ignorierten und übergingen. Mindestens fünfzehn Mal lesen wir in der Apostelgeschichte, dass die Apostel, wenn sie wieder in eine neue Umgebung kamen, ihren neutestament- lichen Auftrag immer zuerst in den Synagogen begannen. Menschlich gesehen hätten sie sich ja überhaupt nicht um
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MTY5NDM=