Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag
170 wieder entschlüpfen können, sobald wir erkannt haben, dass wir sie „ohne Gott“ eingesetzt haben. Am deutlichsten sehen wir das vielleicht gerade in der Geschichte von König Saul. Gott warnte das Volk ausdrücklich und rechtzeitig vor den Konsequenzen, die eine eigenwillige „Autoritätswahl“ haben würde (1. Sam. 8) . Als das Volk schliesslich an seinem Ent- schluss festhielt und durch die Begierde nach einem König seinen Gott verwarf (V. 7) 1 , besiegelte Gott diesen Ent- scheid und salbte ihnen Saul zum König. Gott zog sich mit der Einsetzung Sauls also nicht einfach beleidigt zurück, um dann passiv auf einen allfälligen Umsturz Seines Rivalen oder auf eine mögliche Umkehr des abtrünnig gewordenen Gottesvolkes zu hoffen. Er tat vielmehr das genaue Gegen- teil und verpflichtete das Volk sogar höchstpersönlich unter die Autorität ihres selbsterwählten Königs – und zwar als dem Herrn ! Dies war die Konsequenz des eigenwilligen Volksbegehrens. Selbst als König Saul kurz darauf sündigte und von Gott wieder verworfen wurde, hatte das Volk seiner Autorität bis an sein Lebensende „als dem Herrn“ zu gehor- chen. Ja noch mehr: Auch David, der bereits zum Nachfolger Sauls gesalbt und durch prophetisches Wort als rechtmässiger König beglaubigt und eingesetzt war, wagte es nicht, den „unter blosser Zulassung Gottes eingesetzten und bereits wieder verworfenen Saul“ anzutasten. Selbst nachdem Saul ihm jahrelang nach dem Leben getrachtet hatte, nannte David ihn noch „mein Herr und mein König“ (1. Sam. 26,17) , und liess jenen Mann kurzerhand umbringen, der sich rühmte, 1 „Der HERR aber sprach zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll.“
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