Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag
152 Er hatte nicht nur ein „weiches Herz“ für verlorene Menschen, sondern auch eine „kieselharte Stirn“ gegen Selbstgerechte und Unbussfertige (Mt. 23) . Christus kam nicht allein „voller Gnade“ , sondern auch gleichzeitig „voller Wahrheit“ (Joh. 1,14) 1 . Sind wir Menschen, die sich immer und immer wieder nur der Liebe Gottes und der „Gnade allein“ rühmen? Diese [Gm] offenbart uns, dass, wenn wir nicht auch in gleichem Mass die Heiligkeit Gottes und das Gericht verkündigen, wir mit unserer gut gemeinten Gnadenverherrlichung zuletzt vor allem dem Teufel einen Dienst getan haben. Wer dagegen viel Gericht predigt, der ist auf der anderen Seite ebenso viel Verkündigung der Gnade schuldig. Je mehr Wahrheit wir vermitteln, desto mehr Gnade gehört dazu, und je mehr Liebe wir bringen, desto mehr Licht gehört dazu. Dies ist wahrer Dienst der Versöhnung. In Gott gibt es keine einzige Einseitigkeit. Selbst wenn wir in Leiden hineingeführt werden, wird uns in gleichem Mass auch der Trost verheissen (2. Kor. 1,7) 2 . Anhand dieser [Gm] der Zweipoligkeit können wir jede Sache nach ihrer Qualität beurteilen, d.h. ob sie in Gott ist oder nicht. Ein Mensch, der darum immer nur seine Leiden und Trübsale beklagt, aber nicht gleichermassen auch den Trost Gottes in seinem Leben bezeugen kann, beweist damit, dass er noch nicht um Christi willen, sondern um seiner eigenen Sünden willen leidet. Jedes Leiden um Christi willen bringt 1 „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herr- lichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ 2 „Und unsere Hoffnung für euch steht fest, da wir wissen, dass, wie ihr der Leiden teilhaftig seid, so auch des Trostes.“
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MTY5NDM=