Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag
130 sollten. Wenn wir an dieser Stelle nun nicht sorgfältig unter- scheiden, dann wird das Opfern plötzlich zu einem „Muss“. So viele Aussagen in der Heiligen Schrift sprechen in einen „Ausnahmezustand“ hinein (und weisen den Weg auch wieder heraus) und erhalten dadurch einen negativen Beiklang. Auch das Opfer im Reiche Gottes hat auf diesem Weg seinen negativen Beigeschmack erhalten, obgleich es im Anfang etwas einzig Herrliches war. Sobald wir nicht sorgfältig unterscheiden, wo etwas an sich Positives in einen „Defizit- zustand“ hineinspricht, laufen wir Gefahr, dass uns die kost- barsten Verheissungen und Gaben plötzlich zur bedrohlichen Last werden. Das Opfern für Gott war in seinem Anfang einzig eine wunderbare Möglichkeit, Gott Liebe zu erzeigen und den Segen Gottes über sich zu empfangen. So, wie die Saat eine wunderbare Gabe Gottes an den Landmann ist, so ist das Opfer eine wunderbare Gabe Gottes an den gläubigen Menschen. Der Gläubige darf opfern, So, wie der Land- mann eben säen darf . Beide sollten in Hülle und Fülle wieder ernten können, was sie gesät haben (Mal. 3,10) 1 . Man kann aber sowohl das Opfern als auch das Säen von zwei einander entgegengesetzten Seiten betrachten. Man kann sagen: „Wie wunderbar, Gott hat mir Land gegeben, und Er hat mir Samen dargereicht, dass ich ausstreuen und dazugewinnen darf!“ Dies wäre die ursprünglich beabsichtigte positive Seite. 1 „Bringt den ganzen Zehnten in das Vorratshaus, damit Nahrung in meinem Haus ist! Und prüft mich doch darin, spricht der HERR der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen ausgiessen werde bis zum Übermass!“
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MTY5NDM=