Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag

128 „Aber, aber, das Predigen ist doch kein Kampf, das ist doch eine Gabe vom Himmel, die der Heiland uns schenkt!“ Wenn er recht hat, dann predige ich euch heute freilich eine Irrlehre. Wenn ich aber die nachfolgenden Schriftstellen richtig deute, dann muss wohl jener Bruder auf dem Holzweg sein. Das gesamte Reich Gottes entsteht, entfaltet sich und exis- tiert auf dem Grundsatz des Opferns, des Säens und des Erntens . Diese [Gm] kann unmöglich aufgehoben oder umgangen werden, bis das Reich Gottes mit Macht und Herrlichkeit aufgerichtet und wiederhergestellt ist. Die Rechnung ist dabei eine einfache: Je mehr wir zur Wieder- herstellung beitragen möchten, desto höher wird auch der Preis sein, den wir zu bezahlen haben. Als die Söhne des Zebedäus den Platz zur Rechten und Linken von Jesus begehrten, antwortete Jesus ihnen so- gleich: „Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?“ (Mt. 20,22). Mit anderen Worten: Alles „Besondere“ kostet auch seinen besonderen Preis. Es ist also nicht mit einer billigen Bitte allein getan! Je mehr wir darum erwarten, desto mehr sollen wir zuvor auch die Bereitschaft anziehen, zu investieren und zu säen. Oder um es etwas positiver auszudrücken: Je mehr wir investieren und säen, desto mehr dürfen wir hernach auch eine reiche Ernte erwarten. Erwarten tun wir alle zwar viel; nur investieren fällt uns zuvor leider so schwer. Wir gleichen darum in vielem den Menschen zur Zeit Haggais. Diese schauten auch stets nach vielem aus, und siehe, es wurde wenig. Und brachten sie es heim, so blies der Herr

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