Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag
108 Wenn wir Menschen also in unsere schöpferische Bestim- mung hineingelangen möchten, dann dürfen wir auf keinen Fall gegenseitig in die uns von Gott gesetzten Stellungen eingreifen; wir müssen vielmehr einen Entwicklungs- und Umwandlungsprozess durchlaufen. Dieser wird aber einzig dadurch gefördert und begünstigt, indem wir unsere Stellun- gen gegenseitig respektieren und achten. Das Leben besteht darum aus lauter Läuterungs- und Reifeprozessen. Überall warten Prüfungen und „fördernde Hindernisse“ auf uns. Es geht im ganzen Leben stets um „Sein oder Nichtsein im Reiche Gottes“, um „Leben oder Tod“, um „Berufung erfüllt oder eben nicht erfüllt“. Dem einen Menschen ist es nun wie Paulus gegeben, diese seine Berufung im „Alleingang“ (also ledig) zu erlangen. Solche Menschen finden das „fehlende Gegenüber“ umso intensiver im Gemeinde- bzw. Leibesleben . (Dort funktionieren ja genau dieselben [Gm]!). Den meisten Menschen aber hat Gott sowohl eine Gemeindekörperschaft wie auch eine Ehekörperschaft verordnet, damit sie zu dieser Vollendung gelangen können. Wir Eheleute sind gewisser- massen die Bedürftigeren und Schwächeren, darum dient uns die Ehe als Nachhilfeunterricht! Der Ehepartner bringt jeweils sein fehlendes und unersetzliches Teil mit in die Ehe. Jeder Ehegatte wird darum durch seinen Ehepartner „vervoll- ständigt“ (griech. »pleroma«) (Eph. 1,23) 1 . Diese Vervollständigung wird einem jeden von Gott zugelost. Gott ist es, der uns in jedem Fall den Ehepartner verordnet; selbst dann, wenn wir völlig eigenwillig handeln oder gehandelt haben! Wer es fassen kann, der fasse es: Der eine 1 „... die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt.“
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