Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag

104 Ehescheidung kann an dieser unsichtbaren Wirklichkeit in keiner Weise etwas verändern! Darum soll der Mensch auch nicht scheiden, was Gott zusammengefügt hat. Daher kommt es, dass geschiedene Menschen oft zeitlebens gewisser- massen „halbe Menschen“ bleiben. Ich habe diese Realität immer wieder in der Seelsorge erfahren. Ein wiederverheira- teter Mann zum Beispiel, der seit über drei Jahrzehnten von seiner ersten Frau geschieden lebte, war gerade wieder ein- mal dabei, diese zu verlästern. Während er seine zweite Frau unablässig „vergötterte und hochhielt“, konnte er seine erste gar nicht schlecht genug hinstellen. Doch inmitten seiner lästerlichen Rede brach er mit einem Mal in wehe Tränen aus und stotterte: „Und ich kann sie halt doch nicht vergessen!“ Dies mag wohl sein ehrlichstes Bekenntnis gewesen sein, das je über seine Lippen gekommen ist. Wenn Gott zwei Menschen zusammengefügt hat, kann es kein wirkliches Darüber-hinweg-Kommen geben, solange nicht Gott selber diese Scheidung vornimmt – und diese hat Er dem leib- lichen Tod vorbehalten. Vielleicht sagst du jetzt mit den Jüngern Jesu: „Wenn die Sache des Mannes mit der Frau so steht, so ist es nicht ratsam zu heiraten“ (Mt. 19,10). Am liebsten würde auch ich über dieses Thema schweigen und stattdessen eine schöne Predigt über „die Toleranz Gottes“ oder so halten. Um der grossen Not willen muss ich aber diese Dinge trotzdem so aussprechen, wie sie geschrieben stehen. Sei mir nicht feind, 2 „So wird sie nun, während der Mann lebt, eine Ehebrecherin genannt, wenn sie eines anderen Mannes wird; wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie frei vom Gesetz, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie eines anderen Mannes wird.“

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