Krieg in Gerechtigkeit - Ivo Sasek - Elaion-Verlag
102 wirklichkeiten gewähren und nicht bloss einige gute Rat- schläge, geistgesalbte Meinungen oder „christliche Gebote“ vermitteln wollen . Kurz: Wer heiratet, liefert sich einer schöpferischen Umstrukturierung aus. Fortan wird er unter neue und ihm bisher unbekannte Gesetzmässigkeiten und Kräfte gestellt. Jede Diskussion über Mt. 19 und Eph. 5 , nämlich, ob man deren Aussagen annehmen oder verwerfen sollte, ist ebenso sinnlos, wie wenn man darüber diskutieren würde, ob die Hitze des Feuers für uns akzeptabel oder verwerflich sei. Feuer ist und bleibt heiss, ganz gleich, ob wir es als nützlich oder unnütz, zeitgemäss oder altmodisch erklären. Und genau- so ist und bleibt mit der Eheschliessung immer ein schöpfe- rischer Akt verbunden. Unsere Diskussionen, Meinungen, Argumente und subjektiven Empfindungen ändern null und nichts an jenen unsichtbaren Schöpfungswirklichkeiten. Trotzdem liebäugelt man zunehmend mit der Überlegung, ob man das ganze „Kapitel der Unterordnung der Frau“ nicht besser streichen und kurzerhand aus dem Denken der Gesellschaft beseitigen sollte. Durch alle Zeitalter hindurch fühlten sich eben gewisse Frauen durch obige Aussagen diskriminiert und entwürdigt. Dazu empfinden auch immer mehr Theologen dieses „Kapitel“ als „veraltet“, als für die heutige Zeit unpassend geworden und zu eng. Wieder andere finden, es wäre doch sicher nicht schlecht, wenn eine gewisse Ordnung und Hierarchie beibehalten würde. Der Mensch tut gerade so, als ob er darüber abstimmen könnte, ob es heute noch nützlich und zeitgemäss ist, den Kopf auf dem Hals zu tragen!
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